auf den Spuren der Römer über die Alpen
46 n. Chr. durch Kaiser Claudius zur ersten richtigen Straße über die Alpen ausgebaut
Verbindung des Adriahafens Altinum mit der Donau
heute ein Fernwanderweg, 580km
komplette Wanderroute von Landsberg am Lech bis Castelbrando
Wegweisung noch nicht durchgehend

Von Reutte/Tirol in den Süden

Tag 1

Hamburg - Reutte/Tirol - Gasthof Klause - 4km - 150HM im Aufstieg

Ankunft Hauptbahnhof Reutte/Tirol von Hamburg kommend.
Viermal umsteigen.... die Deutsche Bahn ist besser als ihr Ruf. Trotz kürzester Umsteigezeiten alle Anschlusszüge erreicht. Ich habe schon andere Erfahrungen gemacht :-)
Vom Bahnhof bis zum Gasthof Klause locker einlaufen. Ui, unerwartet anstrengend, Rucksack zu gross und zu schwer.
Gasthof Klause liegt direkt an der Burg Ehrenberg, unter der Highline 179.
Gasthof Klause, Burgenwelt Ehrenberg, Klause 1, Reutte
Spektakuläre Aussichten bieten sich auf der Highline.
Highline 179: 406m lang, 113m hoch, 17m Durchhang, Europas längste Hängebrücke im Tibetstyle.
Das Zimmer ist toll, es gibt ein sehr leckeres Frühstücksbuffet.
Nach dem Frühstück geht es bei ruhigem und friedlichem Herbstwetter los Richtung Biberwier.

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Tag 2

Reutte Gasthof Klause - Biberwier - 25,6km - 492HM im Aufstieg - 431HM im Abstieg - 7h Gesamtzeit inkl. Pausen

Nach dem Frühstück los Richtung Heiterwang, Bichlbach, Lähn. In Lähn Kaffeepause mit selbstgemachtem Apfelstrudel und Vanillesauce.
Ruhiges friedliches Herbstwetter, schöne Aussichten in die Berge.
Gegen 16 Uhr regnet es leicht. Das nächste Hotel in Biberwier wird angelaufen: Hotel zum goldenen Löwen. Mit Sauna zum Relaxen.
Hotel Gasthof zum goldenen Löwen, Kirchplatz 1, Biberwier
Es regnet sich ein. Das Essen ist lecker, das Zimmer ist gut.
Schöne Saunaanlage.

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Tag 3

Biberwier - Tarrenz - 32,1km - 595HM im Aufstieg - 732HM im Abstieg - 9h30 Gesamtzeit

Nach einem üppigem Frühstück gehts bei Sonnenschein Richtung Fernpass. Tolle Aussichten, Bergseen, ein Riesenschnitzel und extra viel Pommes liegen auf diesem Weg.
Die Strecke zieht sich gegen Ende. Die Suche nach einem Zimmer gestaltet sich schwierig: Es gibt kaum freie Zimmer. Erst in Tarrenz im
Gasthof zur Sonne ist eins frei. Eher unterer Durchschnitt, kleines Zimmer, Frühstück lieblos, dafür nicht ganz billig.
Das Preis-Leistungsverhältnis müsste dringend überdacht werden...

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Tag 4

Tarrenz - Imst - Zams - 27km - 650HM im Aufstieg - 550HM im Abstieg - 7h Gesamtzeit

Morgens regnet es, es sind keine Berge zu sehen. Ab 10 Uhr gehts los, nur noch Landregen. Mit Regenjacke locker machbar. Bis 14 Uhr regnet es immer weniger und hört dann ganz auf. Die Sonne kommt raus, es wird warm. Die Strecke geht ein ziemliches Stück neben der Inntal-Autobahn entlang...nicht ganz so spannend. Highlight: ein etwas grösserer Abwasserkanal dient Wanderern und Bikern als Unterquerung der Autobahn. Ich bin nun nicht die Größte, aber ich passte gefühlt gerade so durch....
Das private Zimmer in Zams ist schnell gefunden, direkt an der via claudia augusta.
Die Wirtin ist eine erfahrene Wanderer-Beherbergerin :-)
Privatzimmer Haus Mungenast, Bahnstrasse 7. Preiswert, sehr zu empfehlen.
Über die ganze Saison beherbergt sie E5-Wanderer.
Im Gasthof Gemse, nur 80m weiter (geht gerade noch so mit den schweren Beinen...) gibt es ein phänomenales Rumpsteak, kommt auch auf die "sehr zu empfehlen"-Liste.

Tag 5

Zams - Fliess - Ried - 24km - 526HM im Anstieg - 389HM im Abstieg - 8h Gesamtzeit

Start bei etwas frischen Temperaturen, aber Sonnenschein. Erst einkaufen im Supermarkt MPreis. Dann los.
Über Landeck, vorbei an der Burg Landeck, über die Fliesser Sonnenhänge direkt auf der alten Römerstraße. Hinunter an die Inn. Über die Pontlatzbrücke auf die andere Inn-Seite.
Ankunft in Ried gegen 17 Uhr. Dann folgt die sehr schwierige Suche nach einer Unterkunft. Vieles ist schon geschlossen. Bei Apart Cäcilia gibt es doch noch ein tolles Zimmer, sehr zu empfehlen.
Apart Cäcilia, Ried 144, www.apart-caecilia.at, +43 (0)5472/6517-20
Die Suche nach einem Restaurant gestaltet sich noch schwieriger. Alles geschlossen. Im Hotel Belvedere gibt es noch Platz und ein leckeres italienisches Büfett.

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Oberes Inntal

Tag 6

Ried - Pfunds - 17,7km - 268Hm im Anstieg - 205HM im Abstieg - 4h40 Gesamtzeit

Sehr nette Wirtin. Nach dem Frühstück wieder los. Regen... einfach losgehen. Wenn man mal nass ist, ist es auch nicht schlimm, wenn der Regen doller wird.
Das ist kein Mädchenwetter. Für Jungs noch weniger.
Kaffeepause in Tösens im kleinen Tante Emma Laden. Danach weiter. Die Strecke ist unspektakulär: wegen den Regenwolken ist überhaupt nichts zu sehen. In Pfunds ists genug. Hotel Traube, 4 Sterne. Muss sein. Mehr nass geht jetzt nicht mehr.
Hotel Traube, Stuben 10, A-6542 Pfunds, www.traube-pfunds.at, +43 5474 5210
Hotel in alten Klostermauern im Ortskern. Mit herausragender Saunalandschaft. Zu einem sehr günstigen Preis. Üppiges Frühstück. Ab auf die "sehr zu empfehlen-Liste"

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Tag 7

Pfunds - Altfinstermünz - Nauders - Reschenpass - Reschen - St. Valentin (Südtirol) - 32km - 700HM im Anstieg - 250HM im Abstieg - 9h Gesamtzeit

Nach einem ausgiebigem Frühstück Start bei sonnigem Wetter mit schmalen 8 Grad in der Sonne. Die Strecke wird heute eng. Die Berge rücken näher an die Inn. Inn, Wander- bzw. Radweg und Reschenpassstrasse liegen sehr dicht beeinander. Trotzdem schöne Landschaft im herbstlichen Licht. Zwei Teddybären sitzen auf einem Zaun. Hat wohl jemand vergessen.
Die Strecke der via claudia augusta endet quasi in Hochfinstermünz. Wegen dem Autotunnel. Und geht dann in Nauders weiter. Es gibt für die 6,5 km einen Busshuttle. Aber, wer alles gehen will: es gibt noch eine alte Streckenführung, um den Tunnel zu umgehen. Dafür muss man aber die letzten 700m auf dem sehr schmalen Seitensteig durch den letzten Tunnel gehen. Nicht empfehlenswert. Hat aber Abenteuercharakter. Für Radfahrer, die nicht Bus fahren wollen gibt es eine andere Radstrecke.
Die letzten Kilometer direkt am Reschensee entlang sind traumhaft.
Übernachtung (vorgebucht):
Gästezimmer Regina, St. Valentin, Kirchweg
Unwesentlich preiswerter als das Hotel Traube, dafür deutlich weniger Leistung...
Empfehlung fürs Abendessen: Pizzeria Camping am See!

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Tag 8

St. Valentin - Mals - Schluderns - 25km - 338HM im Anstieg - 822HM im Abstieg - 8h Gesamtzeit

Das Klima in Südtirol ist ganz anders. Sonne und warm. Noch. Erst mit Getränken eindecken. Dann vorbei am Haidersee, Burgeis, Schleis, Bunker aus dem 2. Weltkrieg mit Geocache, Mals, Schludernz.
Es fällt heute trotz tollem Wetter und schöner Landschaft echt schwer. Achillessehne, Hüfte, Rücken....ach ja, Kopf auch. Die am Mittag vorgebuchte Unterkunft ist 1km weit ausserhalb Schludernz. Nicht so toll. Das Bad eine Minizelle. Das Zimmer kalt. Ein Sch....tag. Darf auch mal sein.
Morgen wird alles besser.

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Tag 9

Schludernz - Meran - Zugfahrt

Stürmischer Wind, ganz schön schmale Temperaturen. Wegen der Schmerzen wird heute ein Stück Zugfahrt eingebaut.
Meran ist voll, Markttag. Sonne, warm. Heute und morgen ist Regeneration angesagt. Wäsche waschen, neue Bergstiefel, frische Verpflegung einkaufen.
Übernachtung in der weltbesten aller Pensionen in Südtirol:
Pension Falgerhof, Falgerweg 3, I-39011 Völlan/Lana, 00390473568028, www.falgerhof.com, info@falgerhof.com

Tag 10

Völlan - Meran - Muthöfe - Meran - Völlan

Regeneration! Auch schön. Sonne, warm. Und: neue Bergstiefel. Neue Socken auch. Die alten Bergstiefel sind gleich im Sportladen geblieben. Mit einem weinenden Auge: tausende Höhenmeter und hunderte von Kilometern haben sie mich begleitet. Aber jetzt sind sie nach 9 Jahren einfach durch...
Ohne Rucksack gehts hoch zu den Muthöfen. Mit Sessellift und Seilbahn. Als Aperitif ein Veneziano in Meran, direkt an der Passeier. Danach geröstete Maronen.
Regeneration auf italienisch.

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Tag 11

Völlan - Tisens - Nals - Andrian - Missian - 21km - 450HM im Aufstieg - 716HM im Abstieg - 6,5h Gesamtzeit

Heute geht es sich richtig gut. Die Pause hat Kopf und Körper gutgetan. Die neuen Schuhe müssen sich nun beweisen. Es läuft gut, nur mit der Schnürung muss ich noch üben. Fester, lockerer, mittelfest, zum Bergablaufen wieder fester, dann wieder lockerer.
Die Strecke ist erst relativ flach und schnell. Es geht durch Obst- und Weinberge. Vorbei an vielen Kastanienbäumen. Die Maronenernte ist in vollem Gang.
Zweimal "schwarzer Adler" liegen auf dem Weg. Nette Gasthöfe mit leckerem Essen und Kaffee.
Vor Missian geht es zum Schluss ziemlich steil bergauf. Dafür hat man dann eine tolle Aussicht auf das ganze Bozener Tal. Mit dem Schlern im Hintergrund auf der einen Seite und den Sarntaler Alpen auf der anderen Seite.
Die Zimmersuche geht relativ schnell.
Gästezimmer Brigitte Toll, Missian, über dem Dorfladen.
Supertolles reichhaltiges Frühstück!
Aber: Südtirol ist deutlich teurer als Tirol. Und es wird jetzt voll hier, die Herbstferien beginnen.

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Tag 12

Missian - Eppian - Kaltern - Kalterersee - Auer - 24,6km - 328HM im Aufstieg - 415HM im Abstieg - 7h Gesamtzeit

Die Landschaft hat sich seit Reutte stark verändert. In Österreich waren die Täler eher eng. Im Vinschgau wurden sie weiter, aber die Berge im Hintergrund waren hoch und majestätisch. Der Ortler war meist überall sichtbar. Hier in
Missian hat man tolle Aussichten: herbstliche Farben, Blick bis zu den Dolomiten. Überall Burgen. Das Adige-Tal mit seinen Obst- und Weinbergen wird jetzt bald enger. Die Berge sind nicht mehr so hoch. Dafür schroffe Steilhänge links und rechts. Unterwegs wird alles italienischer: Olivenbäume, Raketenzypressen, Eidechsen in Trockenmauern. Auch die Architektur der Häuser verändert sich.
Pause in Eppian. Dann Kaltern. Zu voll, Touris.
Der Kalterersee enttäuscht. So klein. Dann weiter Richtung Auer. Unter der Bahnlinie und der Autobahn durch. Über die Adige rüber auf die andere Seite. Unterkunft (vorgebucht)
Bio-Hotel & Residence Kaufmann (Demeter), Fleimtalstrasse 16, I-39040 Auer, 00390471810004, info@hotelkaufmann.it, www.hotelkaufmann.it
Kommt auf die "Sehr zu empfehlen-Liste"

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Tag 13

Auer - Neumarkt - Laag - Salurn - San Michele all Adige - 28,3km - 117HM im Anstieg - 136HM im Abstieg - 8h Gesamtzeit

Das Essen im Biohotel ist der Hammer. Und das Frühstück verdient 5 Sterne. Ordentlich gestärkt gehts heute direkt an der Adige entlang. Radstrecke der via claudia augusta. Nicht besonders abwechslungsreich. Aber macht Strecke. Strahlend blauer Himmel. Ordentliche 20 Grad. Rückblickend gab es erst 1,5 Regentage.
Unterwegs 4 Tierrettungen: 3 riesige bunte Raupen und ein Regenwurm vor den Radlern gerettet. Hoffentlich haben sie es überlebt.
Es geht schwer heute. Bin völlig erschöpft, es dauert gefühlt ewig bis zum Hotel in San Michele all Adige.
Hotel Garni "La Vigna", Via Postal 49/a, I-38010 San Michele all Adige, 0039 0461650276, info@garnilavigna.it, www.garnilavigna.it
Nettes Hotel mit sehr gutem Frühstück. Und Sauna. Aber dafür bin ich zu kaputt.

Tag 14

San Michele - Nave San Felice - Trento - 7km

Heute läuft nichts wie es soll. Nach dem Frühstück geht es los zur letzten Etappe auf der via claudia augusta. Eigentlich auf der Orginalstrecke. Nach fünf Kilometern die Entscheidung, das letzte Stück mit dem Zug zu fahren. Das Hotel in Trento ist nur 1,5 km vom Bahnhof entfernt. Auch das dauert gefühlt eine Ewigkeit. Dann erstmal schlafen.
Hotel Garni San Giorgio della Scala, Via Brescia 133, I-38122 Trento, 0461 238848, www.garnisangiorgio.it, info@garnisangiorgio.it

Tag 15

Trento
La dolce vita

Resümee

2 Länder: Österreich, Italien
Täler: Lechtal, Inntal, Adige-Tal
Pässe: Fernpass, Reschenpass
270 Kilometer Wanderung
4614 Höhenmeter im Aufstieg
4646 Höhenmeter im Abstieg
Wanderführer via claudia augusta von Hikeline
detaillierte Wanderkarten für jedes Gebiet als backup
zur digitalen Orientierung GPS Gerät Garmin Oregon 700
Rucksack ca. 14kg inklusive 2l Wasser
Die via claudia augusta verläuft durch wunderschöne Landschaften
Variationen über den Radwanderweg sind möglich
Manche Streckenabschnitte sind nur mässig ausgeschildert
gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
Unterkünfte:
eine Übernachtung in Südtirol ist nicht so gut machbar (vorbuchen über Internet)
spontan Übernachtung direkt vor Ort suchen ist manchmal schwierig: ca 4h vor Ankunft telefonisch oder per Internet vorbuchen vereinfacht das Ganze
Essen ist wichtig :-) daher Unterkünfte suchen mit Restaurant oder Gasthof in der Nähe! Die Beine wollen meist nicht mehr soweit